NameMoritz Loewe II. 47
Birth25 Aug 1867, Wanzleben, Magdeburg20,161
Death1945, Palästina162,158 Age: 77
ExilDec 1933, Palästina45,163,138 Age: 66
Stolperstein8 Nov 2013, Göpenstr. 21, Sangerhausen Age: 146
EducationGehobene Bürgerschule Wanzleben161
OccupationKaufmann47,161
Adressb. 1912/13Göpenstr. 21, Sangerhausen164
Adr. bef. 1933Bergstr. 25, Sangerhausen (1933)14
BusinessSchuhgeschäft und Briefmarkenhandel in Sangerhausen47,92
FatherLouis Loewe (1819-1899)
MotherBertha Plaut (1826-)
SpouseHenrietta “Jettchen” Cohn 45
Birthca 1870, Sangerhausen (?)20
Deathaft 1945, Palästina (?)20 Age: 75
ExilDec 1933, Palästina138 Age: 63
Stolperstein8 Nov 2013, Göpenstr. 21, Sangerhausen Age: 143
Adr. bef. 1933Sangerhausen 20
FatherJacob (Julius) Cohn (ca1830-<1898)
MotherSophie “Sofi” Speier (ca1835-<1912)
Children
Birth11 May 1898, Sangerhausen24,158
Deathaft 1957163 Age: 58
Adr. bef. 1933Sangerhausen24
Birth21 May 1898, Sangerhausen158
Adr. bef. 1933Kylische Str. 9, Sangerhausen (bef 1933) > Mährisch Ostrau14
Birth10 Sep 1900, Sangerhausen165,158
Adr. bef. 1933Sangerhausen > Berlin > Bad Godesberg > Sangerhausen45,165
Birth22 Aug 1902, Sangerhausen158
Adr. bef. 1933Sangerhausen45
Birth1904, Sangerhausen (?)117
Death2009, Israel166 Age: 105
Adr. bef. 1933Sangerhausen117
Notes for Moritz Loewe II.
Dann kam mein Vater [Moritz], der das Gymnasium bis zum Einjährigen besuchte, um später die Kaufmannslehre einzuschlagen. Als solcher heiratete er nach Sangerhausen am Harz. […] Wie bereits beschrieben stammte mein Vater aus einer intellektuellen Familie und als er in eine angesehene Kaufmannsfamilie in Sangerhausen hinein heiratete, konnte er schon früh, da das großväterliche Geschäft mütterlicherseits seit Generationen bestand, seinem Hobby, dem Sammeln von Antiquitäten in Form von Möbeln, Bildern, Waffen, Büchern, Porzellan, Münzen und Marken nachgehen. Aus dieser ehe gingen 5 Kinder hervor, 2 Söhne und 3 Töchter. Durch unseren Onkel Prof. Dr. Heinrich Loewe waren wir schon sehr früh zionistisch orientiert und als Folge dieser Orientierung ging ich als gelernter Gärtner und späterer dipl. Gartenmeister im Jahre 1924 nach Israel.163
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Für Moritz und Henrietta Loewe wurden zwei separate Stolpersteine gesetzt. In Erinnerung an ihre Groß- und Urgroßeltern zündeten die Familienmitglieder Kerzen an und legten weiße Rosen nieder. Die Familie Loewe besaß in den 1930er Jahren ein Schuhgeschäft in der Göpenstraße 21 und wurde schon nach dem „Judenboykott 1933“ so gedemütigt und bedrängt, dass sie nach Palästina floh und dort bettelarm ein neues Leben beginnen musste.138,140
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Bis 1895 stieg die Zahl der Sangerhäuser Juden auf 56 an und blieb etwa 20 Jahre konstant. Die Statistik weist 1925 noch 37 jüdische Bürger aus.
Am 30.03.1933 schrieb die Sangerhäuser Zeitung:
Schließung der jüdischen Läden in Sangerhausen. Heute vormittag haben Abteilungen der SA und SS die hiesigen jüdischen Ladengeschäfte gesetzt und die Geschäftsinhaber zur Schließung ihrer Betriebe aufgefordert. Die Geschäftsinhaber haben daraufhin der Aufforderung Folge geleistet. An den Schaufenstern der Geschäfte wurden von der SA und SS Plakate angebracht mit der Inschrift "Geschlossen, solange die jüdische Auslandshetze anhält..."
Bald darauf mussten die ersten ihre Geschäfte aufgeben. So geschah es z.B. dem Schuhgeschäft und Briefmarkenhandel von Moritz Löwe. Auch Sally Rothstein entzog man seinen Manufakturhandel.
Zahlreiche Juden verließen die Stadt, 1939 wurden nur noch 8 Bürger jüdischen Glaubens registriert. Den Viehhändler Otto Fleischmann deportierte man 1942 mit Tochter und Enkeltochter in ein KZ. Das gleiche Schicksal traf Adele Hampel und die Witwe von Mathias Meyerstein.
Frieda Löwe kehrte 1945 aus dem Zwangsarbeitslager zurück. Die Lehrerin und Direktorin der städtischen Oberschule lebte bis zu ihrem Tod in Sangerhausen.47
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Moritz Loewe
Auch Oberlöwe genannt, soll Bruder von Paul Loewe sein.
Bergstraße 21 (1. gelbes Haus von Damaschkestraße).
War ziemlicher Einzelgänger.
Schuhwarengeschäft auch Briefmarkenhandel.
Gab 1933 Besitz in Sangerhausen auf, 1933 nach Palästina ausgewandert. Vermögen wurde in Gesamtheit an den Reichsbahninspektor Wilhelm Milda und Ehefrau in Sangerhausen übertragen. Der Preis für den Besitz war 11.400 RM, davon 8.400 RM bar und der Rest als Übernahme der bestehende Hypothek.
Er hat sich sehr streng an den jüdischen Glauben gehalten. Um Fleisch zu kaufen, ist er extra nach Eisleben gefahren, denn das Fleisch musste koscher sein, d.h. das Rind durfte nicht durch Kopfschuss getötet werden, sondern es wurde die Kehle durchgeschnitten und das Blut musste vor dem Verzehr aus den Adern sein, da die Juden es als heilig betrachten.45
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1898 - 2nd Zionist Congress Official Postcard (Riemer fig. 3) mailed by Heinrich Loewe 27 August 1898, one day before the opening of the 2nd Congress in Basel, to M. Loewe Sangerhausen arr pmk; light toning & 3 hinge traces, fine.

1905 - 7th Zionist Congress Basel - Official Postcard (Riemer fig. 9) mailed by Johanna Loewe to Mortiz Loewe in Germany from the Congress on the 28.VII.05, Sangerhausen arr pmk; hinge traces on front,.

1909 - 9th Zionist Congress Hamburg - Official Postcard Unlisted by Riemer depicting Herzl's House in Hulda, mailed 28.12.1901 from the Congress to Berlin, franked 5pf Germania stp, H. Loewe to Moritz Loewe in Sangerhausen; hinge traces on pict. side, bottom right corner light bend, fine & Rare 167
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1905
Cohn, Inhaber Löwe, Kleider- pp. Handel, Markt 1.
Sophie, Wittwe, Markt 8.119
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Spouse: Jettchen Loewe
Marriage
Education: Gehobene Bürgerschule Wanzleben
Places lived:
Location:
Wanzleben
Havelberg 1879
Sangerhausen
Magdiel 1933161
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1914
Pantheon: Adressbuch der Kunst- und Antiquitäten-Sammler und -Händler, Bibliotheken, Archive, Museen, Kunst-, Altertums- und Geschichtsvereine, Bücherliebhaber, Numismatiker, 1914
Loewe, Moritz, Am Markt. (Antiquitäten)
- als Sammler (Porzellane, Dosen in allen Arten.)168
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In der Göpenstraße 17 hatte Moritz Loewe (Oberloewe) ein großes Schuhgeschäft, das sich vorher im Rathaus befand. Moritz Loewe gab seinen Besitz nach der Boykott-Aktion im Juni 1933 auf und wanderte mit der Ehefrau und den Töchtern nach Palästina aus, entging so der Deportation in ein Vernichtungslager. Ein Paul Loewe (Unterloewe) hatte in der Göpenstraße 31 ein Geschäft für Arbeitsbekleidung und Schuhe. „Eine seiner Töchter war Frieda Loewe, die nach dem Krieg als Lehrerin arbeitete. Von 1953 bis 1963 war sie Direktorin der Geschwister-Scholl-Oberschule in Sangerhausen. 1953 wurde sie als ,Verdiente Lehrerin des Volkes’ geehrt“48
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1945
Moritz Loewe hat es in Palästina materiell nicht leicht gehabt. Er ist 1945 durch einen Autounfall ums Leben gekommen.158
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Notes for Henrietta “Jettchen” Cohn
Moritz Loewe
Auch Oberlöwe genannt, soll Bruder von Paul Loewe sein.
Bergstraße 21 (1. gelbes Haus von Damaschkestraße).
War ziemlicher Einzelgänger.
Schuhwarengeschäft, auch Briefmarkenhandel.
Gab 1933 Besitz in Sangerhausen auf, 1933 nach Palästina ausgewandert. Vermögen wurde in Gesamtheit an den Reichsbahninspektor Wilhelm Milda und Ehefrau in Sangerhausen übertragen. Der Preis für den Besitz war 11.400 RM, davon 8.400 RM bar und der Rest als Übernahme der bestehende Hypothek.
Er hat sich sehr streng an den jüdischen Glauben gehalten. Um Fleisch zu kaufen, ist er extra nach Eisleben gefahren, denn das Fleisch musste koscher sein, d.h. das Rind durfte nicht durch Kopfschuss getötet werden, sondern es wurde die Kehle durchgeschnitten und das Blut musste vor dem Verzehr aus den Adern sein, da die Juden es als heilig betrachten.45
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In der Göpenstraße 17 hatte Moritz Loewe (Oberloewe) ein großes Schuhgeschäft, das sich vorher im Rathaus befand. Moritz Loewe gab seinen Besitz nach der Boykott-Ak-tion im Juni 1933 auf und wanderte mit der Ehefrau und den Töchtern nach Palästina aus, entging so der Deportation in ein Vernichtungslager. Ein Paul Loewe (Unterloewe) hatte in der Göpenstraße 31 ein Geschäft für Arbeitsbekleidung und Schuhe. „Eine seiner Töchter war Frieda Loewe, die nach dem Krieg als Lehrerin arbeitete. Von 1953 bis 1963 war sie Direktorin der Geschwister-Scholl-Oberschule in Sangerhausen. 1953 wurde sie als ,Verdiente Lehrerin des Volkes’ geehrt“48
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In diesem Jahr werden die kleinen Erinnerungszeichen am 8. November (Beginn: 15: 30 Uhr) für die Kaufmannsfamilie Moritz und Henrietta Loewe verlegt. Sie hatten ein Schuhgeschäft in Göpenstraße 21 und wurden schon nach dem „Judenboykott 1933“ so gedemütigt und bedrängt, dass sie nach Palästina flohen und dort bettelarm ein neues Leben beginnen mussten. 12 Enkel und Urenkeln werden nun an diesem Tag aus Israel nach Sangerhausen kommen und mit uns nach den Spuren ihrer Großeltern suchen.140
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Last Modified 18 Jun 2017Created 20 Jun 2017 using Reunion for Macintosh